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Wohnungsnot im Südwesten lähmt Wirtschaft und kostet Arbeitsplätze

28. August 2026

Wohnungsmangel dämpft Wachstum und führt zu Beschäftigungsverlusten

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz fehlen Hunderttausende Wohnungen. Die aktuelle Auswertung des Pestel-Instituts, im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel erstellt, beziffert das Defizit für die beiden Länder auf insgesamt 337 000 Einheiten. Die Lücke wirkt sich längst nicht nur sozial aus, sie schwächt auch die wirtschaftliche Leistung vor Ort.

Die Analyse macht deutlich, dass zu wenig neu gebaut wird und Unternehmen deshalb Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen. Vor allem Beschäftigte in geringer entlohnten Berufen sind betroffen, weil für sie erschwinglicher Wohnraum knapp ist. Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts, weist darauf hin, dass freie Stellen in attraktiven Regionen oft unbesetzt bleiben, wenn es keine Wohnalternativen gibt.

Der Bauausfall hat nach Berechnungen des Instituts direkte fiskalische Folgen: Dem Staat seien Milliarden an Einnahmen entgangen, etwa bei Umsatz- und Grunderwerbsteuer. Zugleich treiben Angebotsschrumpfung und Nachfrage die Mietpreise: In Baden-Württemberg sind günstige Wohnungen seit 2015 um fast 72 Prozent teurer geworden.

Regionale Zahlen und bundesweiter Kontext

  • Fehlende Wohnungen in Baden-Württemberg: rund 201 000
  • Fehlende Wohnungen in Rheinland-Pfalz: rund 136 000
  • Bundesweit wird ein Defizit von etwa 1,35 Millionen Wohnungen angegeben

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung geht davon aus, dass bis 2030 jährlich etwa 320 000 Wohnungen nötig wären, um den Bedarf zu decken. Aktuelle Prognosen des Ifo-Instituts erwarten jedoch deutlich niedrigere Neubauzahlen: für 2026 werden rund 185 000 neue Wohnungen prognostiziert.

Langfristige Folgen und Handlungsbedarf

Neben den kurzfristigen Engpässen droht ein struktureller Effekt: Wenn Eigentümer der geburtenstarken Jahrgänge Immobilien veräußern, kann das zwar lokal das Angebot erhöhen, adressieren aber nicht automatisch die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen. Das Pestel-Institut spricht von einem messbaren Wohlstandsverlust von mindestens einem Prozent innerhalb von zwei Jahren durch den Rückgang beim Wohnungsbau.

Politik und Bauwirtschaft stehen damit vor einer doppelten Aufgabe: mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zugleich die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Neubauprojekte wirtschaftlich realisierbar bleiben. Ohne spürbare Korrekturen drohen weitere Beschäftigungsverluste, steigende Preise und sinkende Steuereinnahmen.

Städte und Gemeinden, Unternehmen und Investoren sind gefordert, Planungsverfahren zu beschleunigen, Flächen effizienter zu nutzen und gezielte Förderinstrumente für preiswerten Wohnraum zu entwickeln, um die negative Dynamik umzukehren.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: google.com
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