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Alarm auf dem Wohnungsmarkt: Neubauzahlen stürzen ab, Krise verschärft sich dramatisch

31. März 2026

Neubau droht 2026 auf unter 200000 Wohnungen zu fallen

Berlin — Beim 17. Wohnungsbau-Tag ziehen Verbände und Forschung eine ernüchternde Bilanz: Deutschland steht vor einem dramatischen Einbruch beim Wohnungsneubau. Experten warnen, dass in diesem Jahr weniger als 200000 neue Wohnungen fertiggestellt werden könnten, weit entfernt von dem, was nötig wäre, um Nachfrage und sozialen Bedarf zu decken.

Eine heute vorgestellte Studie der ARGE aus Kiel und des Berliner Instituts RegioKontext benennt Ursachen und Lösungen zugleich. Demnach treiben hohe Baukosten den Markt in die Enge: Der reine Quadratmeterpreis der Wohnfläche liegt in Ballungsräumen durchschnittlich bei rund 4630 Euro, mit Grundstückskosten steigt der Wert auf etwa 5400 Euro pro Quadratmeter. Nach Rechnung der Forscher bedeutet das Mindestmieten von etwa 18 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter — zu teuer für Durchschnittshaushalte.

Die Wissenschaftler empfehlen eine Rückkehr zu einfacheren, kostengünstigeren Bauweisen. Unter dem Stichwort Gebäude-Typ E skizzieren sie einen Basis-Standard-Wohnungsbau ohne überflüssige Extras, einfache Technik und robuste Substanz. Solche Wohnungen könnten deutlich günstiger errichtet werden — in manchen Regionen würden die Baukosten nach aktuellen Förderbedingungen sogar unter 3500 Euro pro Quadratmeter liegen.

Vertreter des Wohnungsbau-Bündnisses fordern deshalb schnelle rechtliche und finanzielle Weichenstellungen: Eine verlässliche bundesweite Absicherung für den Gebäude-Typ E, eine Vereinfachung von Abweichungsvereinbarungen sowie ein Update im Bauvertragsrecht sollen Investoren und Bauträger rechtssicher machen und den Mut zu kostengünstigeren Projekten zurückbringen.

Die Studie mahnt außerdem, die Wohnungsmärkte stärker zu beobachten. Trotz rückläufiger Geburtenzahlen wächst der Bedarf an Wohnungen, weil Haushalte immer kleiner werden. Schon jetzt lebten nach den Angaben der Forscher 9,9 Millionen Menschen in überbelegten Wohnungen — 1,4 Millionen mehr als zu Beginn des Jahrzehnts. Besonders in den Städten leide jede sechste Person unter zu beengten Wohnverhältnissen; fast jedes fünfte Kind wachse in einer zu kleinen Wohnung auf.

Die Folgen seien nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich brisant: Bezahlbares Wohnen sei Voraussetzung für funktionierende Arbeitsmärkte, Zuwanderung und das Wachstumspotenzial des Landes. Vertreter der Bau- und Wohnungswirtschaft fordern deshalb ein 4-Punkte-Programm, das neben einem verbindlichen Basis-Standard eine Fast Lane bei Planung und Genehmigung, gezielte Förderung für Sozialwohnungen und eine monatliche Bundesstatistik der Baubeginne umfasst.

Konkret benennt das Bündnis Zielmarken: Jährlich sollen 100000 dauerhaft gebundene Sozialwohnungen entstehen, geförderte Neubauten sollen Kaltmieten zwischen etwa 8,50 Euro und 12,50 Euro pro Quadratmeter ermöglichen. Als Sofortmaßnahmen schlagen die Verbände zinsgünstige Kredite, deutlich vereinfachte Förderbedingungen, geringere Auflagen und mehr Digitalisierung in Planungs- und Genehmigungsverfahren vor.

Bei den Stimmen vom Wohnungsbau-Tag reicht die Bandbreite von Appellen an die Politik bis zu warnenden Prognosen für die Wirtschaft. Vertreter von IG BAU, Deutschem Mieterbund, ZDB, GdW, BFW und anderen Verbänden betonen, dass ein zügiger Ausbau des Wohnungsbaus nicht nur soziale Probleme lindert, sondern auch die fiskalische Stabilität stärken kann.

Die Studie und die Forderungen des Branchen-Gipfels machen deutlich: Ohne eine Trendwende beim kostengünstigen Neubau droht ein dauerhaft eingefrorener Wohnungsmarkt, der Umzüge blockiert, passende Wohnungen für neue Haushalte fehlen lässt und den Druck auf Mieten weiter erhöht.

Das Verbändebündnis fordert die Bundesregierung und die Länder auf, noch in dieser Legislaturperiode klare, rechtssichere und praktische Regeln für den Basis-Standard zu schaffen, damit mehr günstige Wohnungen schneller errichtet werden können.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: lokalkompass.de



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