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Azubis und Baby-Boomer abrutschen: Wohnungskrise im Kreis Gotha fordert politische Antworten

29. Januar 2026

Wohnungsnot trifft Auszubildende und Rentner gleichermaßen

Gotha — Junge Auszubildende und ältere Menschen gerät immer öfter in existenzielle Not, weil bezahlbarer Wohnraum fehlt. Nach Angaben der Gewerkschaft IG BAU leben viele der rund 1.740 Auszubildenden im Landkreis Gotha weiterhin bei ihren Eltern, nicht selten aus Zwang: Die Mieten und knappen Angebote verhindern einen selbstständigen Start ins Berufsleben.

Der von der IG BAU in Auftrag gegebene Soziale Wohn-Monitor des Pestel-Instituts zeigt, dass fehlender Wohnraum direkte Folgen für den Ausbildungsmarkt hat. Wenn Jugendliche wegen der Unterkunft keinen Ausbildungsvertrag antreten können, verliert die regionale Wirtschaft wertvolle Fachkräfte. Ralf Eckardt von der IG BAU Thüringen fordert deshalb gezielte Unterstützung beim Neubau von Azubi-Wohnungen und steuerliche Anreize für Betriebe, die Unterkünfte für ihre Auszubildenden bereitstellen.

Parallel wächst die Sorge um Wohnarmut im Alter. Im Landkreis Gotha leben nach Schätzungen rund 18.100 Angehörige der Baby-Boomer-Jahrgänge, die bis 2035 in Rente gehen. Viele von ihnen haben prekäre Erwerbsbiografien und niedrige Renten zu erwarten, so dass der eigene Wohnraum bald unbezahlbar werden könnte. Eckardt warnt vor einer weiteren Verschärfung: Steigende Mieten drohen ältere Haushalte in finanzielle Not zu treiben.

Als politische Antworten nennt die IG BAU vor allem einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbestands. Der Soziale Wohn-Monitor fordert bundesweit eine Verdopplung der Sozialwohnungen von derzeit 1 auf 2 Millionen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts. Für Thüringen ergibt das das Ziel von 49.700 Sozialwohnungen bis 2035, was einem Zubau von etwa 4.200 Wohnungen pro Jahr entspricht.

Weitere Forderungen betreffen die Förderpraxis: Bund und Freistaat Thüringen müssten die Zuschüsse bereits zum Baubeginn bereitstellen und weniger über Jahre strecken. Zudem schlägt die IG BAU vor, den Regelstandard »Erleichtertes Bauen« zu nutzen, um kostengünstiger und in guter Qualität zu errichten. Eine verlässliche, öffentliche Statistik über monatliche Neubauten sozialer Wohnungen in Thüringen soll Transparenz schaffen und Planungssicherheit liefern.

Die Forderungen sind deutlich: Ohne mehr günstigen Wohnraum wird sich der Druck auf Mieten nicht verringern. Politik und Wirtschaft sind nach Ansicht der IG BAU gefordert, damit junge Menschen ihre Ausbildung beginnen können und ältere Menschen ihre Wohnungen halten können, ohne in Armut zu rutschen.

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