Geringer Anstieg bei Zwangsversteigerungen in Schleswig-Holstein trotz hoher Zinsen
Nur leichter Anstieg bei Zwangsversteigerungen trotz Zinssteigerungen
Kiel. Entgegen den Erwartungen vieler Immobilienexperten stieg die Zahl der Zwangsversteigerungen in Schleswig-Holstein 2025 nur moderat an. Der Grundeigentümerverband Haus und Grund registrierte 631 versteigerte Objekte, nach rund 600 im Jahr 2024. Experten werten das als Zeichen für einen robusten regionalen Markt und nicht als Anzeichen einer Blase.
Die regionale Verteilung zeigt ein unterschiedliches Bild: Im Landgerichtsbezirk Flensburg wurden 45 Anträge gestellt, in Itzehoe 156. Für die Bezirke Bad Segeberg, Eckernförde, Neumünster, Norderstedt, Plön und Rendsburg wurden zusammen 164 Anträge gemeldet. In Kiel lagen 55 Anträge vor, in Lübeck 211.
Alexander Blažek, Vorstandsvorsitzender von Haus und Grund, führt die vergleichsweise geringe Zunahme auf die weiterhin starke Nachfrage nach Wohneigentum zurück. Er vermutet, dass viele Objekte noch rechtzeitig auf dem freien Markt verkauft werden, sodass Zwangsversteigerungen verhindert werden können. In seiner Einschätzung zeigt sich Blažek erfreut über die Entwicklung, weil mit deutlich höheren Zahlen gerechnet worden sei.
Als historischen Vergleich wird häufig das Jahr 2005 genannt, als die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland einen Höchststand mit rund 3 800 Anträgen erreichte. Im Gegenwartsszenario wirken die aktuellen Zahlen für Schleswig-Holstein vor diesem Hintergrund beruhigend, sagen Marktbeobachter.
Fazit: Trotz der seit 2022 gestiegenen Zinsen bleibt der Immobilienmarkt in Schleswig-Holstein nach Einschätzung von Haus und Grund weitgehend stabil. Ein flächendeckender Anstieg bei Zwangsversteigerungen ist bislang nicht zu beobachten.

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