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Balkone werden zum Kaufkriterium – bei Mietwohnungen verlieren sie an Bedeutung

02. September 2026

Balkone beeinflussen Kaufentscheidungen stärker als Mietentscheidungen

Ob Altbau oder Neubau: Freiflächen an der Wohnung sind weiterhin ein starkes Verkaufsargument. Eine aktuelle «ImmoScout24-Analyse» für 118 kreisfreie Städte zeigt, wie verbreitet Balkone sind und wie sich Nachfrage und Angebotspreise zuletzt entwickelt haben.

Die Untersuchung kommt zu einem klaren Befund: Bei Eigentumswohnungen sind Balkone deutlich gefragter als bei Mietwohnungen. Insgesamt verfügen 78 Prozent der angebotenen Eigentumswohnungen über einen Balkon, bei Mietwohnungen sind es 68 Prozent. Regional gibt es große Unterschiede.

  • Spitzenreiter ist Rosenheim: 81,7 Prozent der angebotenen Wohnungen haben einen Balkon.
  • In München liegt der Anteil bei 73,6 Prozent, in Berlin bei 68,0 Prozent und in Hamburg bei 65,8 Prozent.
  • Deutlich seltener sind Balkone in Städten wie Gelsenkirchen: dort haben nur 41,5 Prozent der Inserate einen Balkon.

Der Einfluss auf die Nachfrage ist besonders beim Kauf spürbar: Im zweiten Quartal 2026 erhielten Eigentumswohnungen mit Balkon durchschnittlich 19 Prozent mehr Anfragen pro Inserattag als Wohnungen ohne Balkon. Vor drei Jahren lag dieser Vorsprung noch bei sechs Prozent. Bei Mietwohnungen hat sich das Verhältnis umgekehrt: Im selben Zeitraum erhielten Wohnungen mit Balkon zwei Prozent weniger Anfragen pro Inserattag als Wohnungen ohne Balkon, während sie vor drei Jahren noch drei Prozent vorn lagen.

Die Zahlen deuten auf ein verändertes Prioritätenbild hin. Käufer scheinen bereit zu sein, für den privaten Außenraum tiefer in die Tasche zu greifen, weil Balkone als Qualitätsmerkmal, Rückzugsort und potentieller Mehrwert gelten. Bei Mietinteressenten rücken offenbar andere Faktoren in den Vordergrund, etwa Lage, Preis oder moderne Ausstattung.

Für Verkäufer, Bauträger und Investoren bedeutet das: Balkonflächen bleiben ein Verkaufsplus, können aber je nach Marktsegment unterschiedlich bewertet werden. Für Wohnungssuchende heißt es, die Marktgegebenheiten zu prüfen und abzuwägen, ob ein Balkon den Aufpreis tatsächlich rechtfertigt.

Die Analyse zeigt außerdem, dass kein eindeutiges regionales Muster vorherrscht. Während süddeutsche Mittelstädte wie Rosenheim überdurchschnittlich viele Balkonwohnungen anbieten, variieren Anteile in Großstädten und strukturschwächeren Regionen stark. Das macht die Suche nach der passenden Wohnung zu einer lokalen Angelegenheit.

In München und anderen Ballungsräumen bleibt der Wunsch nach privatem Außenraum ausgeprägt, doch die Relevanz für die tatsächliche Nachfrage unterscheidet sich je nach Zielgruppe und Marktsegment. Für Käufer ist der Balkon oft ein Entscheidungskriterium, für Mieter schon heute weniger häufig.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: google.com
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