Ende für Knochenwohnungen: China untersagt Aufbewahrung von Asche in Wohnraum
Regierung verbietet Aufbewahrung von Asche in Privatwohnungen
Peking — Die chinesische Regierung hat eine neue Bestattungsverordnung erlassen, die die Nutzung von Wohnungen zur Aufbewahrung menschlicher Überreste untersagt. Das Verbot, das wenige Tage vor dem Qingming-Festival in Kraft trat, soll einer wachsenden Praxis einen Riegel vorschieben, die viele Angehörige als Antwort auf explodierende Bestattungskosten gewählt hatten.
Hintergrund sind stark gestiegene Ausgaben für traditionelle Bestattungen: Studien und Medienberichte zeigen seit Jahren, dass Beerdigungen in China erhebliche Anteile am Haushaltseinkommen auffressen. Der britische Versicherer Sun Life warnte schon 2020, dass Bestattungskosten in China fast die Hälfte eines durchschnittlichen Jahresgehalts erreichen können. Kritiker führen außerdem undurchsichtige Gebühren und mangelnde Regulierung im Bestattungswesen an.
Auf dem angeschlagenen Immobilienmarkt wurden Wohnungen für manche zur pragmatischen Alternative. Weil Grundstücke auf Friedhöfen oft nur für wenige Jahrzehnte gepachtet werden, erschien der Kauf oder die langfristige Pacht einer Wohnung vielen Familien als wirtschaftlichere Lösung. In sozialen Medien kursierten Videos und Fotos von Wohnungen mit dauerhaft geschlossenen Vorhängen oder dezentem Türschmuck, die als mögliche Ablageorte für Urnen gedeutet wurden. Nutzerinnen und Nutzer hinterfragten die Durchsetzbarkeit des Verbots und forderten zugleich Maßnahmen gegen hohe Friedhofspreise; ein Kommentar auf Weibo fragte sarkastisch, wie die Behörden die Maßnahme kontrollieren sollten — ob man dazu etwa Türen aufbrechen wolle.
Die neuen Regeln verbieten nicht nur die Aufbewahrung von Asche in Privatwohnungen, sie stellen auch Bestattungen und das Anlegen von Gräbern außerhalb ausgewiesener Friedhöfe unter Strafe. Die Regelung trifft auf ein Land, das sich zugleich mit demografischen Veränderungen konfrontiert sieht: Chinas Bevölkerung altert, die Geburtenzahlen bleiben niedrig, und der Druck auf Bestattungsinfrastruktur wächst.
Die Regierung betont, dass das Verbot Teil größerer Anstrengungen sei, das Bestattungswesen zu regulieren und Standards zu schaffen. Beobachter erwarten, dass die Maßnahme kurzfristig die Nachfrage nach offiziellen Grabstätten und Kolumbarien erhöhen wird und dadurch politischen Druck auf lokale Behörden sowie die Bestattungsbranche entfacht.
Weitere Debatten dürften folgen, insbesondere über die Frage, wie staatliche Regeln, Marktkräfte und kulturelle Vorstellungen vom Umgang mit den Toten künftig in Einklang gebracht werden können.

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