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Geesthacht: Anwohner kämpfen gegen geplantes Rechenzentrum neben Neubaugebiet

09. September 2026

Anwohner wehren sich gegen geplantes Rechenzentrum neben Neubaugebiet

In Geesthacht sind Bewohner eines neuen Wohnquartiers alarmiert: Auf einer unbebauten Fläche unmittelbar neben dem Neubaugebiet Finkenweg Nord plant eine Investorengruppe den Bau eines großflächigen Rechenzentrums mit Batteriespeicher. Was für Investoren nach moderner Infrastruktur klingt, sorgt bei vielen Familien für Existenzängste und Protest.

Seit 2023 sind im Viertel rund 300 Häuser und Wohnungen entstanden, in denen etwa 1000 Menschen leben. Viele Eigentümer sind zugezogen, viele Familien mit kleinen Kindern. Direkt hinter einer Hecke beginnt derzeit noch ein Acker. Dort sieht der Plan eine Anlage auf etwa 120 000 Quadratmetern vor, das entspricht in etwa 17 Fußballfeldern und ist größer als das gesamte Neubaugebiet.

Besonders gefürchtet wird der dauerhafte Geräuschpegel durch Kühlung und Lüftung. Der Anwohner Ralf Glaubitt beschreibt die Entfernung zwischen Haus und Straßenrand als knapp 20 Meter und verweist auf Messwerte ähnlicher Anlagen: «Ich erwarte Lärmpegel wie bei einem Rasenmäher, einer Kreissäge oder bei einem Güterzug.» Für Familien wie die von Christian Berger ist die Sorge existenziell. Seine Tochter leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung und reagiert bereits empfindlich auf Baustellenlärm. «Wir sind extra aus Hamburg hierhergezogen, um Ruhe zu haben. Wenn hier dauerhaft laute Geräusche zu hören wären, müssten wir wieder wegziehen», sagt er.

Weitere Kritikpunkte der Bewohner sind Energie- und Wasserverbrauch, die Flächenversiegelung sowie zusätzliche Verkehrslasten in der Nachbarschaft. Im Neubaugebiet galten beim Bau der Häuser besondere Vorgaben: regenerative Energien, Wärmepumpen und vielfach Photovoltaik. Vor diesem Hintergrund empfinden viele Anwohner den Standort für ein Rechenzentrum als unpassend.

Auch die Nähe zu sozialen Einrichtungen verstärkt die Sorgen: Am Weizenring wird demnächst die größte Kindertagesstätte im Kreis eröffnet, Platz für 150 Kinder. Für Anwohnerin Katrin Fischer steht deshalb viel auf dem Spiel. Viele Nachbarn hätten hohe finanzielle Belastungen auf sich genommen, um sich hier ein Zuhause aufzubauen. «Wir haben noch nicht mal unsere Auffahrten fertiggestellt», sagt sie und fürchtet neben gesundheitlichen Belastungen vor allem einen Wertverlust der Immobilien.

Die Bewohner organisierten sich, verteilten rund 3000 Flyer in den betroffenen Straßen und wandten sich an Fraktionen im Stadtrat sowie an die Stadtverwaltung. Eine Anfrage zum Projekt blieb beim Investor ActivumSG bislang unbeantwortet. Die Debatte um Standortwahl, Lärmschutz und verträgliche Nachbarschaft wird voraussichtlich weiter andauern.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: abendblatt.de
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