Mit KI gegen Wohnraummangel: Landkreis setzt auf datenbasierte Planung
KI soll Wohnraummangel gezielt bekämpfen
Darmstadt-Dieburg — Der Landkreis will steigenden Wohnraumbedarf künftig mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz genauer erfassen und damit die Planung der Kommunen verbessern. Eine neu entwickelte Analyseplattform soll Bestandsdaten, demografische Trends und infrastrukturelle Faktoren verknüpfen, um belastbare Handlungsempfehlungen zu liefern.
Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 200 000 Euro aus dem Programm «Starke Heimat Hessen». Bei der Übergabe des Förderbescheids waren Vertreterinnen und Vertreter des Kreises anwesend, darunter Lora Seel, Prof. Dr. Kristina Sinemus und Christel Sprößler. Der Zuschuss soll die Entwicklung eines Prototyps sowie erste Pilotanalysen in ausgewählten Gemeinden finanzieren.
Die Verantwortlichen betonen, dass die KI nicht politische Entscheidungen ersetzen, sondern Planungsprozesse auf eine solidere Datenbasis stellen soll. Die Plattform wertet anonymisierte Sozial- und Wohnungsdaten aus, identifiziert Potenziale für Nachverdichtung und liefert Prognosen zum Bedarf an bezahlbarem und altersgerechtem Wohnraum.
Datenschutz und Transparenz bleiben zentrale Voraussetzungen. Kritikern zufolge dürfen automatisierte Auswertungen nicht zur Entkopplung von lokalem Wissen führen. Der Landkreis kündigt an, rechtliche und datenschutzrechtliche Fragen frühzeitig zu klären und Ergebnisse offen mit den Gemeinden zu diskutieren.
In den kommenden Monaten sollen die ersten Pilotprojekte starten. Gelingt die technische Umsetzung, ist eine Ausweitung auf weitere Kommunen im Kreis denkbar. Projektverantwortliche sehen darin die Chance, Planungsfehler zu reduzieren und knappe Ressourcen zielgerichteter einzusetzen.
6. August 2026 — Mia Kleinböhl

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