Hamburg häuft Grund und Boden an: Fast die Hälfte der Stadtfläche in öffentlicher Hand
Stadt baut Flächenbestand deutlich aus
Hamburg hat auch 2025 mehr Grund und Boden gekauft als verkauft und hält damit inzwischen knapp die Hälfte des Stadtgebiets. Die Bilanz des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen zeigt, wie die Kommune strategisch Land zurückgewinnt, zugleich aber vor finanziellen Abwägungen steht.
Im vergangenen Jahr erwarb die Freie und Hansestadt für 49,3 Millionen Euro insgesamt 87,8 Hektar Fläche. Demgegenüber standen Verkäufe von 81,8 Hektar für rund 14 Millionen Euro. Hinzu kamen Erbbaurechte für 8,5 Hektar. Rechnet man die Flächen der mehrheitlich städtischen Unternehmen dazu, kommt Hamburg laut Angaben von Finanzsenator Andreas Dressel auf einen Bestand von 37 340 Hektar – das entspricht 49,5 Prozent der gesamten Stadtfläche.
Zu den größeren Ankäufen gehörte ein landwirtschaftliches Areal in Harburg von 69 000 Quadratmetern, auf dem perspektivisch Hunderte Wohnungen entstehen sollen. Besonders auffällig war der Erwerb des Geländes der insolventen Werft Pella Sietas in Neuenfelde: Das Areal von 147 690 Quadratmetern ging für rund 20 Millionen Euro an die Stadt.
Die Zahl der laufenden Erbbaurechtsverträge lag bei 4 380, vier weniger als im Vorjahr. 13 ausgelaufenen Verträgen standen neun neu abgeschlossene gegenüber; 34 Verträge wurden verlängert, erklärte LIG-Geschäftsführer Christof Otto.
Senator Dressel wies auf die angespannte Haushaltslage in den kommenden Jahren hin. Bezahlbares Wohnen bleibe Priorität, sagte er, zugleich müssten aber auch die Einnahmen im Blick behalten werden. «Eine Option muss dabei auch sein, die ein oder andere Fläche zu verkaufen, damit unsere Vorhaben auch weiterhin realisiert werden können», erläuterte Dressel.
Die Zahlen spiegeln eine kommunalpolitische Strategie, die auf Sicherung von Entwicklungspotenzial setzt: Flächenmehrheit ermöglicht der Stadt Planungshoheit bei Wohnungsbau und Infrastruktur, birgt aber zugleich das Dilemma, kurzfristig liquide Mittel zu benötigen, um längerfristige Projekte zu finanzieren. Hamburgs Weg zeigt, wie städtische Flächenpolitik zwischen langfristiger Steuerung und kurzfristigen Haushaltszwängen balanciert werden muss.

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