SAGA nach Rekordjahr mit deutlich geringerem Jahresüberschuss
SAGA meldet 2025 deutlich geringeren Jahresüberschuss trotz hoher Bautätigkeit
Hamburg. Nach einem außergewöhnlich starken Jahr 2024 verzeichnete Hamburgs größte kommunale Wohnungsgesellschaft SAGA für 2025 einen spürbaren Rückgang beim Jahresergebnis. Der Überschuss belief sich auf 238,1 Millionen Euro und lag damit 16 Prozent unter dem Vorjahr, obwohl das Bauprogramm ausgeweitet wurde.
Die Gesellschaft startete 2025 den Bau von 1.100 neuen Wohnungen, 300 mehr als ursprünglich geplant. Gleichzeitig wurden 550 Einheiten fertiggestellt, rund 250 weniger als vorgesehen. Insgesamt sind derzeit etwa 2.800 Wohnungen in Bau; mittelfristig strebt SAGA Baustarts von rund 2.000 Wohneinheiten pro Jahr an.
Finanzen und Ausschüttung
Der Jahresüberschuss fiel trotz Überschreitung des Plans niedriger aus, weil 2024 ein Ausnahmejahr war, in dem Rückstellungen nicht benötigt und aufgelöst werden konnten. Wie im Vorjahr zahlte die städtische Gesellschaft 2025 erneut 150 Millionen Euro an die Stadt aus.
Strategie und Aufkäufe
Vorstandssprecher Thomas Krebs betonte, dass SAGA vermehrt Angebote für angeschlagene Bauprojekte erhalte und diese gezielt aufkauft, um sie in geförderten Wohnungsbau umzuwandeln. «Wir profitieren davon, weil uns das ermöglicht, solche gestrandeten Projekte aufzukaufen, die wir dann umplanen auf geförderten Wohnungsbau», sagte Krebs. Mit Zuschüssen der Stadt entstünden so Sozialwohnungen.
Klimaziele und Investitionsbedarf
Die Umstellung des Bestands auf Klimaneutralität bis 2040 erfordert erhebliche Zusatzinvestitionen. Nach Angaben der SAGA würden Vorzieheffekte in der Sanierung etwa 1,5 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Krebs warnte, dass flächendeckende Nachrüstungen von Fassaden und Dächern für alle 140.000 Wohnungen unbezahlbar seien und die Gesellschaft auf Maßnahmen wie frühere Umstellungen auf saubere Fernwärme oder Wärmepumpen setzen müsse.
Kritik aus der Politik
Die Hamburger Linksfraktion übte Kritik an der Unternehmenspolitik und den Mieten. Die wohnungspolitische Sprecherin Heike Sudmann forderte eine stärkere Entlastung der Mieter und sagte: «Besser und sozial nachhaltiger ist eine generelle Mietsenkung». SAGA weist auf eine Durchschnittskaltmiete von 7,56 Euro pro Quadratmeter hin; viele Mieter blieben dem Unternehmen zufolge im Schnitt 22 Jahre in ihren Wohnungen.
Kurzüberblick
- Jahresüberschuss 2025: 238,1 Millionen Euro (minus 16 Prozent ggü. 2024)
- Ausschüttung an die Stadt: 150 Millionen Euro
- Bautätigkeit 2025: 1.100 Baustarts, 550 Fertigstellungen
- Aktuell in Bau: ca. 2.800 Wohnungen
- Ziel: mittelfristig 2.000 Baustarts pro Jahr
- Benötigte Extrakosten für Vorziehen der Klimaziele: etwa 1,5 Milliarden Euro
Die Entwicklung stellt SAGA vor die Herausforderung, Wachstum und soziale Verantwortung mit begrenzten finanziellen Spielräumen zu verbinden. Entscheidend bleibt die Zusammenarbeit mit der Stadt, um geförderten Wohnungsbau zu sichern und die Klimaziele umsetzbar zu machen.

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