Metropolregion wehrt sich gegen Lebensqualitätsstudie und betont regionale Stärken
Metropolregion widerspricht Studie und betont regionale Stärken
Ein aktuelles Ranking zur Lebensqualität sorgt für Kritik: In der Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft erreichte das fränkische Ballungszentrum lediglich 47,9 Punkte und damit einen der hinteren Plätze im deutschlandweiten Vergleich.
Die Geschäftsstelle der Metropolregion meldete sich umgehend zu Wort und bezeichnete die Erhebung als «Ausschnitt», der nach ihren Worten von vorab definierten Auswahlkriterien der Auftraggeber geprägt sei. Man wolle die Platzierung nicht unbeantwortet lassen und auf die Stärken der Region hinweisen.
Als Argumente nennt die Geschäftsstelle die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 181 Milliarden Euro, eine breit diversifizierte Wirtschaftsstruktur sowie ein ausgeglichenes Stadt‑Land‑Gefüge. Kurze Wege zwischen urbanen Zentren und Natur, eine hohe Aufenthaltszufriedenheit Zugezogener sowie eine starke Verankerung von Industrie, Technologie und Dienstleistung zählten ebenfalls zu den Vorzügen.
Die IW‑Studie hatte zwölf Metropolregionen anhand von 23 Indikatoren in sechs Lebensbereichen verglichen. Während das Ruhrgebiet im Ergebnis als besonders lebenswert hervorging, landete das fränkische Ballungszentrum insbesondere in den Bereichen Kultur und Gesellschaft, Sport und Freizeit sowie Verkehr und Versorgung auf einem der letzten Plätze. Positiv hob die Untersuchung hingegen moderate Wohnkosten hervor: In der Kategorie Wohnraum belegt die Region Rang 5.
Fachleute mahnen zur Vorsicht bei der Interpretation: Rankings spiegeln immer die Wahl und Gewichtung konkreter Messgrößen wider. Die Metropolregion weist darauf hin, dass Struktur, Bevölkerungsdichte und urbane Vernetzung sich deutlich von anderen Ballungsräumen unterscheiden und ein direkter Vergleich deshalb nur begrenzt aussagekräftig sei.
- Gesamtpunktzahl laut Studie: 47,9
- Platzierung im Vergleich: vorletzter Platz unter zwölf Metropolregionen
- Hervorgehobene Stärken: Wirtschaftskraft, ausgewogenes Stadt‑Land‑Verhältnis, hohe Zufriedenheit Zugezogener
Die Debatte offenbart, wie stark Wahrnehmung und Kennzahlen auseinanderlaufen können. Für die Region steht nun die Aufgabe im Raum, eigene Vorzüge stärker zu kommunizieren und zugleich gezielt an den in der Studie benannten Defiziten im Kultur‑ und Freizeitbereich sowie bei Verkehrsangeboten zu arbeiten.

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