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Ende der Zinsbindung treibt Anschlusskredite vieler Eigenheimbesitzer nach oben

10. Juni 2026

Ansteigende Bauzinsen machen Anschlussfinanzierungen für viele Haushalte teurer

Die Zeiten historisch niedriger Hypothekenzinsen sind vorüber. Wer vor rund zehn Jahren einen Kredit zu Traumkonditionen abgeschlossen und eine vergleichsweise kurze Zinsbindung gewählt hat, steht jetzt oft vor deutlich höheren Monatsraten. Das trifft zahlreiche private Bauherren und Käufer in ganz Deutschland.

Ein konkretes Beispiel zeigt das Ausmaß: Vor zehn Jahren lag das durchschnittliche Darlehen bei etwa 440000 Euro. Mit einem Zinssatz von 1,4 Prozent und einer Tilgung von zwei Prozent ergab sich damals eine monatliche Rate von rund 1246 Euro. Nach Ablauf der zehnjährigen Festzinsphase verbleibt eine Restschuld von etwa 345600 Euro. Für eine Anschlussfinanzierung werden heute im Mittel rund 3,8 Prozent Zinsen verlangt, die Rate steigt dadurch auf rund 1665 Euro pro Monat, also um mehr als 400 Euro.

Das Bild dahinter ist aber differenziert. Viele Kreditnehmer haben in den vergangenen Jahren regelmäßig getilgt oder Sondertilgungen geleistet, so dass die verbleibende Restschuld deutlich kleiner ist als der ursprünglich aufgenommene Betrag. Finanzberater weisen zudem darauf hin, dass sich durch eine vorübergehende Reduzierung der Tilgungsrate kurzfristig Spielräume schaffen lassen, die später wieder ausgeglichen werden können. Und historisch betrachtet sind Bauzinsen von knapp vier Prozent noch immer weit entfernt von den Spitzenwerten der 1980er Jahre, als zweistellige Sätze keine Seltenheit waren.

Der Alltag auf dem Immobilienmarkt verändert sich dennoch. Makler berichten von größerem Angebot im Vergleich zur Nachfrage, viele Verkäufer stammen aus älteren Jahrgängen oder veräußern geerbte Objekte. Für Kaufinteressenten rückt die Energieeffizienz älterer Bestandsimmobilien zunehmend in den Fokus: Banken verlangen häufig detaillierte Sanierungspläne, bevor sie Kredite genehmigen, besonders bei älteren Häusern mit hohem Modernisierungsbedarf.

Wie Eigentümer die Anschlussfinanzierung gestalten können

  • Frühzeitig informieren und Angebote vergleichen: Konditionen können zwischen Instituten stark variieren.
  • Forward-Darlehen prüfen: Damit lassen sich Zinsen bereits Jahre vor Ablauf der laufenden Bindung sichern.
  • Bankenwechsel erwägen: Andere Kreditgeber bewerten die Immobilie oft neu und berücksichtigen Wertsteigerungen.
  • Sondertilgungen und Tilgungsflexibilität nutzen: Vorhandene Rücklagen können die Zinslast mindern.
  • Sanierungsbedarf in die Anschlussfinanzierung integrieren: Größere Modernisierungen lassen sich oft günstiger zusammen finanzieren als später separat.

Wichtig ist, sich rechtzeitig mit der individuellen Situation zu beschäftigen und die Finanzierung neu zu bewerten. Dann müssen höhere Zinsen nicht zwangsläufig zur Zahlungsnot führen.

Beispiel und Expertenzitate stammen aus Recherchen und Beratungen mit Betroffenen und Finanzfachleuten in Hessen und bundesweiten Marktbeobachtungen

Der Bericht stützt eine Nachricht von: tagesschau.de



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