newsbezeichnung

Wohnungsnot in Baden-Württemberg: Bezahlbarer Wohnraum wird zum knappen Gut

26. November 2025

Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg im akuten Defizit

Eine aktuelle Studie des Pestel Instituts im Auftrag von Verbänden der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zeichnet ein deutliches Bild: In fast allen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs herrscht ein Mangel an Wohnraum. Nach Berechnungen fehlen im Land rund 192 000 Wohnungen, ein Rückstand, der dem Neubau von etwa vier Jahren entspricht.

Nur in den Landkreisen Tübingen, Calw und Freudenstadt bewertet die Studie den Markt als einigermaßen ausgeglichen. In 41 von 44 Kreisen liegt hingegen ein Defizit oder sogar ein starker Mangel vor. Institutschef Matthias Günther warnt vor den Folgen: «Das ist kein Randthema - das betrifft die Mitte der Gesellschaft.»

Bezahlbarer Wohnraum besonders rar

Am stärksten klafft die Lücke im preisgünstigen Segment. Laut Studie fehlen vor allem Wohnungen im Bereich von 8,00 bis 10,00 Euro pro Quadratmeter netto-kalt. Ein ausreichendes Angebot sei fast ausschließlich im oberen und obersten Preisbereich vorhanden. Besonders betroffen seien die wirtschaftsstarken Ballungsräume wie Stuttgart, Freiburg und der Raum Heilbronn, wo viele Haushalte mit normalen Einkommen kaum noch eine Wohnung finden.

Strukturelle Gründe hinter dem Engpass

Das Defizit ist nicht nur Folge aktueller Zuwanderung, sondern hat sich zu einem strukturellen Problem entwickelt. Seit 2010 ist die Einwohnerzahl in Baden-Württemberg um 7,2 Prozent auf etwa 11,2 Millionen gestiegen, die Anzahl privater Haushalte kletterte um fast 11 Prozent. Gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße – von 2,19 auf 2,11 Personen – während die Wohnfläche pro Kopf von 44 auf 48,7 Quadratmeter zunahm. Diese demografischen Verschiebungen verstärken die Nachfrage nach Wohnungen, während der Neubau die Lücke nicht schließt.

Ausblick und Folgen

Die niedrigen Baugenehmigungszahlen der vergangenen Jahre lassen befürchten, dass sich der Rückstand weiter vergrößert. Günther mahnt, die Neubauzahlen wieder deutlich zu steigern, weil andernfalls nicht nur Wohnen, sondern auch Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Entwicklung in Bedrängnis geraten könnten. Die Studie macht deutlich, dass bezahlbares Wohnen in Baden-Württemberg mittelfristig zu einer der zentralen politischen Herausforderungen wird.

Hintergrundinformationen und politische Maßnahmen wie die Verlängerung der Mietpreisbremse ab 2026 könnten regional unterschiedlich wirken und bieten vor Ort Chancen wie Risiken für Mieterinnen und Mieter.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: swr.de



1A-Wohnungen - Logo
Top Orte Berlin Hamburg München Köln Frankfurt am Main Stuttgart Düsseldorf Leipzig Dortmund Essen Bremen Dresden Hannover Nürnberg Duisburg Bochum
social facebook social youtube social instagram social tiktok

Copyright © 2000 - 2026 | 1A Infosysteme GmbH | Content by: wohnungssuche-regional.de - Veröffentlichung: 26.11.2025  - C44758 - [Bildnachweis]